Energie- & Agrarwende, ist die Zukunft es nicht wert?

Was ist los in den Köpfen der verantwortlichen Industrie?

Überall schreien Landwirte und Industrie auf, dass der Umstieg auf erneuerbare Energien und nachhaltige Landwirtschaft riesige Summen kosten und sie dafür staatliche Unterstützung brauchen. Aber warum? Seit den 1980er wird über den Energiewandel geredet, es ist also nichts, was von jetzt auf gleich auf diesen Sektor einprasselt. Hier ist eine kleine Chronologie von 35 Jahren Energiewende.

Für die Landwirtschaft gilt ähnliches: Schon 1997 wurde im Europäischen Rat folgendes formuliert:
»Sie muss in der Lage sein, die Landschaft zu pflegen, die Naturräume zu erhalten, einen wesentlichen Beitrag zur Vitalität des ländlichen Raumes zu leisten und den Anforderungen der Verbraucher in Bezug auf die Qualität und die Sicherheit der Lebensmittel, den Umweltschutz und den Tierschutz gerecht zu werden.«

Nun haben wir das Jahr 2020 und was ist passiert?
NICHTS!
Es wurde sogar immer weiter mit Vollgas in dieses Dilemma hineingefahren!
Warum soll auch etwas geändert werden? Es gibt sogar Subventionen vom Staat und der Verbraucher erwartet billige Produkte, egal ob er sich und die Umwelt damit verseucht.

Mittlerweile hat der Mensch, zumindest der mit Verstand, festgestellt, dass es so nicht weiter gehen kann. Die Wissenschaft untermauert die merkbaren Auswirkungen dieser ignoranten Lebens- und Herstellungsweise mit zahlreichen Studien. Doch typisch Mensch, reagiert er erst, wenn es schon 5 nach 12 ist und dann mit dem Dampfhammer. Da dann aber keine Zeit mehr für einen geschmeidigen Übergang ist und die Veränderung radikal ausfallen muss, schreien alle rum. Sie beschweren sich im Grunde über ihre eigene Missachtung aller Warnungen, aber ohne ihr Verhalten in Frage zu stellen.

Nun ist der Punkt gekommen, wo die Politik zumindest halbherzig eingreift und Vorgaben erstellt, um in diesen Missstand einzugreifen. Dass so eine dringliche Umstellung nicht ohne enormen Kostenaufwand vonstatten geht, dürfte auch jedem klar sein. Hätte man früher mal die Gewinnoptimierung außer Acht gelassen und sich den neuen bekannten Situationen gestellt, wäre die Wende schmiegsam möglich gewesen. Die Kosten hätten sich über einen längeren Zeitpunkt verteilt und auch die „Ich will billig“-Verbraucher hätten sich darauf einstellen können. Doch nun ist keine Zeit mehr für den Weg der kleinen Schritte, diese Chance ist bewusst verpasst worden. Jetzt knallt es halt in allen Bereichen und Verbraucher und Industrie bekommen den Hammer zu spüren. Doch wer jahrelang alles ignoriert, der muss halt damit rechnen und noch mit vielmehr.

Ich finde es eine bodenlose Frechheit von der Industrie, dass sie staatliche Hilfe einfordern für eine Situation, auf die sie sich schon seit Jahren hätten einstellen können. Hätte ich etwas zu sagen, es gäbe nichts oder nur als Darlehn mit Zinsen! Fördern soll der Staat die Unternehmen, welche die Lage begriffen haben und danach handeln. Und die Verbraucher, die sollen von mir aus ruhig bluten, denn sie haben mit ihrer Einstellung den Dolch angesetzt. Leider werden auch hier wieder diejenigen mitzahlen müssen, die den Weg schon lange erkannt haben und entsprechend reagiert haben. Genau wie im Gesundheitssystem, sich krank fressen und andere müssen sich an den Folgekosten beteiligen. Solidaritätsprinzip, aber wofür?

Haben sich die Ignoranten jemals solidarisch gezeigt mit der Umwelt und den Tieren? Nein! Also warum muss ich dies jetzt mit meinem Geldbeutel tun? Von mir aus kann der Strom von diesen Umweltverbrechern um 500% steigen, genau wie die Preise für Tierqualprodukte. Und wenn die verbrecherischen Unternehmen bankrott gehen, auch egal, selbst schuld. Und die armen Arbeitnehmer stören mich auch nicht. Dann lernen sie vielleicht endlich mal die Konsequenz aus ihrem Verhalten. Der Mensch lernt meistens erst, wenn er im Dreck liegt.
Nun, was will ich damit aussagen?
Für mich gilt in erster Linie diejenigen zu fördern, die den richtigen Weg gehen. Naturstrom-Anbieter, Biovegane Landwirtschaft usw. sollten staatliche Förderung erhalten, Produkte aus deren Herstellung sollten Steuermäßig entlastet werden, um den Verbrauchern diesen Weg erschwinglich zu machen.

Unternehmen welche aber die ganzen letzten Jahre ihre Taschen auf Kosten der Umwelt vollgestopft haben, sollen schauen, wie sie klar kommen. Vielleicht die Konten der verbrecherischen Manager plündern und zur Schadensregulierung einsetzen. Gut, das geht nur bei den großen Unternehmen und wohl weniger bei den Landwirten, aber für die eigene Misswirtschaft und Ignoranz sind alle selbst verantwortlich. Wer sich jahrelang auf andere verlässt und sich nicht eigenverantwortlich Gedanken macht, der hat halt Pech gehabt. Es ist nie zu spät für eine Umschulung!

Der Weg in eine sichere und gesunde Zukunft hat vor Jahrzehnten begonnen, wurde aber durch Egoismus und Profitgier zu Grabe getragen. Nun sollen diejenigen aber auch ihre eigene Beerdigung bezahlen. Ich bin dazu nicht bereit!

Allen die schon den nachhaltigen Weg eingeschlagen haben, möchte ich im Namen unserer Umwelt danken und Euch in diesem Entschluss bestärken. Nur so ist unsere aller Zukunft gesichert. Danke. Go vegan. ★🌱