HĂŒhner 🐔

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HĂŒhner sind neugierige und vor allem schlaue Tiere. Ihre Intelligenz ist den SĂ€ugetieren gleichgesetzt. DĂŒrfen HĂŒhner in ihrer natĂŒrlichen Umgebung aufwachsen, schließen sie Freundschaften, bilden soziale Hierarchien, erkennen einander, lieben Kinder und Menschen allgemein und genießen ihr Leben in vollen ZĂŒgen. Staub- und SonnenbĂ€der, Scharren in der Erde und das Schlummern in BĂ€umen ist hier mit inbegriffen.

Wie bei anderen Lebewesen auch, unterscheiden sich auch hier die Individuen und jedes Huhn hat seine eigene Art und Persönlichkeit: Manche sind neugierig und sprudeln vor Lebensfreude, andere sind eher introvertiert und schĂŒchtern.

Viele unserer eigenen HĂŒhner sind zutraulich und lassen sich streicheln und fĂŒttern und das, obwohl sie vor ihrem harmonischen Beisammensein bei uns, keinen schönen Start ins Leben hatten.

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HĂŒhner, die fĂŒr die Nahrungsmittelindustrie aufgezogen werden, sind in Hallen eingepfercht, die von den Exkrementen unvorstellbar nach Ammoniak stinken. Jedes Huhn hat nicht einmal die FlĂ€che eines normalen DIN A4 Papiers zur VerfĂŒgung. Da sie stark hochgezĂŒchtet werden, leiden sie unter KnochenbrĂŒchen, vor allem aber auch, weil Arbeiter sie grob an den FĂŒĂŸen packen und in Transportboxen stopfen. HĂ€ufig wird den Tieren bei vollem Bewusstsein die Kehle aufgeschlitzt, oder sie im BrĂŒhbad versenkt. Und dass, obwohl sie mit einer Lebenserwartung von 10 bis 15 Jahren zu diesem Zeitpunkt noch Babies sind.

„Der durchschnittliche Fleischesser trĂ€gt die Verantwortung fĂŒr den Missbrauch und Tod von etwa 600 HĂŒhnern.“

Auch werden in vielen Produktionshallen fĂŒr Eier die HĂŒhner in Produktionszyklen gehalten und entweder ausgestallt, oder der Populationszyklus wird ĂŒber eine Legeperiode hinaus verlĂ€ngert und die HĂŒhner dafĂŒr in die Mauser versetzt. Dabei erneuern sie ihre reproduktiven Organe und legen danach wieder mehr Eier. Das heißt, die Tiere mĂŒssen bis zu 14 Tage hungern. Wenn ich mir dann vor Augen fĂŒhre unter welchen Bedingungen die Tiere leben grenzt das schon an Folterung.

Das „Ausstallen“ bezeichnet das Verladen der Tiere zum anschließenden Transport in den Tod. Manche Höfe machen das konsequent alle zwei Jahre, da die HĂŒhner ab diesem Zeitpunkt weniger Eier legen. Da zeigt sich der geldgierige und nach immer mehr strebende Zweibeiner.
Ich möchte Euch von unserer Rettungsaktion in einem Bio-Mastbetrieb an einem Novembertag im Großraum Stuttgart erzĂ€hlen.
Bio hört sich ja erstmal „tierfreundlicher“ an. Ist es aber nicht. Frage an Dich: Rechtfertigt Biohaltung denn tatsĂ€chlich den Mord an einem unschuldigen Tier? Auch wenn die folgenden Bilder nicht schön anzusehen sind, ist es doch ein wichtiger Hinweis zur Vorgeschichte unserer HĂŒhner. So etwas sollen die Tiere nie wieder erleben mĂŒssen!

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Insgesamt können wir mit dieser Rettungsaktion mit anderen lieben Menschen 53 HĂŒhner aus der Massentierhaltung retten. Wenn man diese armen Geschöpfe sieht, wird einem klar, dass es fĂŒr jedes einzelne gerettete Huhn ein GlĂŒcksfall ist. Somit können dann wenigstens ein paar wenige Tiere einen artgerechten Lebensabend verbringen. Da die Tiere ihre Erlebnisse und eigenen individuellen Geschichten auf unterschiedlichste Art und Weise verarbeiten, muss jedes Tier genau beobachtet werden, um promt darauf reagieren zu können.

Es sind sehr wache, hochsensible Tiere, die den Menschen ĂŒbrigens sehr gerne beobachten und bei GesprĂ€chen auch zuhören. Ein sehr aufgewecktes, neugieriges Tier beĂ€ugt mich und meine Mutter nonstop. Es ist ein braunes, etwas kleineres Huhn. Wir stehen am Zaun und flĂŒstern, um zu besprechen wie wir vorgehen sollen. Das Tier neigt den Kopf und hört aufmerksam zu. Zwischendurch gibt es einen Ton von sich, lĂ€sst uns nicht mehr aus den Augen. Dies dauert eine gefĂŒhlte Ewigkeit. Es kommuniziert mit uns. Ein GefĂŒhl entsteht bei mir: Dieses Huhn möchte ich mitnehmen. Ich möchte, dass es lebt. Genau dieses eine von 2500 HĂŒhnern. Wir beschließen, das Huhn dort rauszuholen. Durch die TĂŒre schiebe ich mich in den Außenbereich der Halle. Ich versuche ganz ruhig zu sein, dabei schlĂ€gt mein Puls durch den Adrenalinschub unaufhörbar bis zum Hals. Ich summe ganz leise vor mich hin, um uns beide zu beruhigen. Langsam nĂ€here ich mich. Das Tier schaut mich unentwegt an. Ich möchte, dass Du zu uns nach Hause kommst, bei uns bist, glĂŒcklich wirst, nicht sterben musst, spreche ich gedanklich meinem GegenĂŒber zu. Eigentlich gibt es jetzt nur noch uns beide, alles andere ist verschwommen und ausgeblendet. Und dann passiert es: Ein Tumult aus anderen flatternden Tieren, welche im Innern von den Arbeitern aufgeschreckt werden, holt mich zurĂŒck ins Hier und Jetzt. Hektik entsteht. Im falschen und doch einzig möglichen Moment versuche ich das Tier zu fassen und 
.bekomme es nicht. Es flattert davon und geht in Hunderten von Tieren im dunklen Stallinnern unter. GefĂŒhlt bricht bei mir der Boden unter den FĂŒĂŸen zusammen. Doch es bleibt keine Zeit. Die Arbeiter haben mich und meine Mutter entdeckt und wir werden zur TĂŒr begleitet. Drei HĂŒhner nehmen wir mit.

Der Schmerz zu wissen, dass Sekunden ĂŒber Leben oder Tod eines Tieres entscheiden ist kaum zu ertragen. Ich werde die Augen dieses Tieres mein Leben lang nicht mehr vergessen, auch wenn es fĂŒr manchen „nur“ ein Huhn ist. RIP
Manches ist mit dem Verstand einfach nicht zu erfassen, jedoch hat mich dieses Erlebnis spĂŒren lassen, dass die Kommunikation mit diesen Wesen auf einer ganz anderen Ebene stattfindet. Es ist die Begegnung mit genau diesem einen Huhn unter Tausenden, welches mir die unertrĂ€glichen Lebensbedingungen der Tiere vor Augen fĂŒhrt.
Der Schock sitzt tief, starre breitet sich aus, jedoch brauchen unsere drei MĂ€dels nun auf der Heimreise unsere ganze Aufmerksamkeit.

Hier seht ihr Charlotte, Helen und Milka kurz nach der Ankunft in ihrem neuen Zuhause. In die Transportbox haben wir Lavendel gegeben. Die darin enthaltenen Ă€therischen Öle wirken beruhigend aufs GemĂŒt. Somit verlief auch die Fahrt Ă€ußerst harmonisch. Wobei ich zugeben muss, dass die drei HĂŒhner an sich sehr stabil sind und sich nicht gleich aus der Ruhe bringen lassen.

Ein paar weitere Momentaufnahmen unserer MĂ€dchenbande:

Die HĂŒhner genießen jeden Moment draußen im GrĂŒnen. Sie scharren im Gras und bekommen dabei ganz braune, erdige FĂŒĂŸe. Sie suchen deutlich den Kontakt zu uns Menschen: Gehe ich in die Hocke um die HĂŒhner von weitem zu fotografieren, ist die Herde kurze Zeit spĂ€ter um mich herum versammelt. Die Kamera wird dabei genau inspiziert. Selbst an unserer HĂŒndin wird einfach vorbei gegangen, wobei dann schon gebruddelt wird, wenn diese die Schnauze hebt, um an dem Huhn zu schnĂŒffeln. Das geht dann doch etwas zu weit!ツ

Die warmen Temperaturen lockt die HĂŒhner auf ihren Leiterwagen im Gehege. Aufmerksam lauschen sie den ErzĂ€hlungen unseres Besuches und dabei fĂ€llt der einen oder anderen die Äuglein zu. Ist ja auch ganz schön anstrengend so ein GesprĂ€ch! ツ

Eine artgerechte HĂŒhnerhaltung beinhaltet viele, viele FreiflĂ€chen, das ist zwingend notwendig. Allerdings bewegen sich die HĂŒhner auch gerne in Bereichen, die ihnen nach oben Deckung bieten. Die Gefahr von oben stellen Greifvögel wie Habicht und MĂ€usebussard dar. Trotz unserer BaumbestĂ€nde lassen wir unsere Tiere deshalb trotzdem niemals im Freigehege allein. Auch unsere HĂŒndin passt hier mit auf, falls auch Gefahr am Boden droht.

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In der Natur fressen HĂŒhner Samen, WĂŒrmer, Insekten oder Beeren. HĂŒhner sind also keineswegs reine Körnerfresser, im Gegenteil, sie benötigen eine abwechslungsreiche ErnĂ€hrung. Auch ĂŒber Essensreste freuen sie sich. Doch Vorsicht: Es darf nicht zu salzig und fettig sein.

Hier bekommen die HĂŒhner die Reste meines grĂŒnen Powersaftes, denn heute möchte ich unseren Damen eine besondere Freude machen. So bringe ich voller Euphorie den Trester aus Gurken, Zucchini, Fenchel, Spinat, Petersilie und Zitrone in den Stall.

Naja
.Nase rĂŒmpfen geht ja nicht. Aber Begeisterung schaut irgendwie anders aus!

Sodele, dann muss eben Plan B her: Nimm eine Handvoll Bio-Sonnenblumenkerne und ein paar NĂŒdelchen, streue sie ĂŒber den besagten grĂŒnen Auflauf und warte ab…….. 🙂 Njomnjomnjom, lecker! Geht doch MĂ€dels!ツ

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„Sommer, Sonne, Sonnenschein,
hier schenkÂŽich Dir drei BlĂŒmelein!“ ✿ ✿ ✿

Matthilda 💜

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Dieser Traktor ist zwar nicht gÀnzlich unbekannt, jedoch hier, Mitten im Gehege, völlig fehl am Platz!

Schon mysteriös das Fahrzeug, aber die Neugierde siegt letztendlich! ツ

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Einen wunderschönen Satz habe ich gelesen, der diese sensiblen Wesen auf den Punkt beschreibt:
„HĂŒhner sind zweifelsohne tiefgrĂŒndige Tiere“.

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Fazit: In ihren kognitiven FĂ€higkeiten gleichen HĂŒhner den SĂ€ugetieren. So versteht ein Huhn beispielsweise, das ein Gegenstand noch vorhanden ist, wenn man ihn versteckt. Dies reicht ĂŒber die FĂ€higkeiten eines Kleinkindes hinaus. Das muss man sich einmal vorstellen! Umso absurder erscheint doch die Massentierhaltung und das qualvolle Leiden dieser intelligenten Tiere. Sich dies vor Augen zu fĂŒhren rechtfertigt es nicht mehr, seinen bisherigen Lebensstil fortzufĂŒhren, falls er noch tierische Produkte beinhaltet. Go vegan. â˜…đŸŒ±đŸ”

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