Das Huhn und der Karpfen 🐔🐟

Es gibt in Kindergruppen, egal welchen Alters, immer wieder Persönlichkeiten, denen es schwer fällt im Morgenkreis nicht laut hereinzurufen oder die Stimme einfach zu senken. Der Kontrast zwischen leisen und lauten Tönen lässt sich in dem vorliegenden Fabelgedicht ganz wunderbar erleben. Die Kinder strahlen vor Freude, wenn sie wirklich lauthals an den lauten Stellen und leise an den leiseren Stellen sprechen können. Auch kann dieser Reim ganz spontan so zwischendurch die Rasselbande einfangen und gerade in Umkleidesituationen oder Aufbruchstimmungen allgemein verwendet werden. Ich durfte diese Strophen als Kind im Kindergarten selbst erfahren. Probiert es aus. Die Kinder erfreuen sich daran.

Der Originalreim handelt in einer Meierei. Übersetzt bedeutet dies eine Fabrik, die in unterschiedlichen Abteilungen Trinkmilch, Quark, Käse, Joghurt, Magermilchpulver sowie Butter herstellt. Sorry Leute, das vermittel ich als Tierschutzpädagogin meinen Kindern nicht. Deshalb ist der Beginn des Fabelgedichtes etwas abgewandelt. Trotzdem steht der Originalautor natürlich unter seinen Zeilen.

In unserem Hühnerstall.

Da war einmal ein braves Huhn,

Das legte, wie die Hühner tun,

An jedem Tag ein Ei.

Und kakelte,

Mirakelte,

Spektakelte,

Als ob`s ein Wunder sei!

Es war ein Teich dabei.

Darin ein braver Karpfen saß

Und stillvergnügt sein Futter fraß,

Der hörte das Geschrei:

Wie`s kakelte,

Mirakelte,

Spektakelte,

Als ob`s ein Wunder sei!

Da sprach der Karpfen: „Ei!

Alljährlich leg` ich `ne Million

Und rühm` mich des mit keinem Ton;

Wenn ich um jedes Ei:

So kakelte,

Mirakelte,

Spektakelte –

Was gäb`s für ein Geschrei!“

– Heinrich Seidel –

🌱🐔🐟

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