Der Regenwurm 🐍

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Der Regenwurm 🐍
Er schlÀft am Tag. Nur in der Nacht
macht er sich auf die Wanderschaft.
Beginnt die Arbeit stets im Dunkeln,
ob Sterne schlafen oder funkeln.

Der kleine Wurm, wer kennt ihn nicht,
zwei Enden hat er, kein Gesicht,
muss sich durch enge Röhren schlÀngeln
mit Gliedern, Borsten, mag nicht drÀngeln.

WĂŒhlt auch in tiefen Bodenschichten
und jemals faul? Oh nein, mitnichten!
Er nascht an BlÀttern, ihren Resten,
und Keimlingen, den eher festen.

Behutsam muss er dennoch sein,
die Zahl der Feinde ist nicht klein.
Denn Maulwurf, Spitzmaus, Fuchs und Marder
durchkreuzen seine Lebensader.

Und auch die Vögel, Igel, Kröten
auf sein Versteckspiel stets nur flöten.
Sie lauern, wenn die Schlafesruh
durch Regentropfen flaut im Nu.

Ich find ihn mehr als angenehm,
er lockert Böden selbst aus Lehm.
Soll er uns immer wieder nĂŒtzen,
dann mĂŒssen wir ihn allzeit schĂŒtzen.

*Zyklus „Kindergedichte“

Die nachtaktiven RegenwĂŒrmer sind ĂŒberwiegend Substrat- und Pflanzenfresser, das heißt, sie fĂŒllen ihren Darm mit humusreicher Erde und vermodertem Pflanzenmaterial. Sie ziehen nachts beispielsweise Keimlinge und BlĂ€tter in die Erde, um sie dort verrotten zu lassen und spĂ€ter als Nahrung zu verwerten. Um die BlĂ€tter festzuhalten, können RegenwĂŒrmer ihr Vorderende knopfartig aufblĂ€hen, sodass ihr Mund wie von einer Saugscheibe umgeben ist. Diese wird an das Blatt oder den Blattstiel gepresst und der Wurm saugt sich so sehr fest, dass er in der Lage ist, das angesaugte Blatt rĂŒckwĂ€rts kriechend in seine Wohnröhre zu ziehen.
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StĂ€ndig fressen sich die RegenwĂŒrmer kreuz und quer durch die Bodenschichten ihres Lebensbereiches. Die dabei aufgenommene Erde enthĂ€lt Detritus-Bestandteile, Bakterien, Pilzsporen und zahlreiche Einzeller, die verdaut und als Nahrung genutzt werden können. Durch die Beschaffenheit der Erde, die der Regenwurm erzeugt, wenn er die mitgefressenen Bodenbestandteile wieder ausgeschieden hat, werden die fĂŒr den Boden nĂŒtzlichen Mikroorganismen gefördert und die bodenfeindlichen eingedĂ€mmt, teilweise sogar vernichtet.

Mit Hilfe seiner Borsten und der Ring- und LĂ€ngsmuskulatur ist der Regenwurm in der Lage, sich sowohl vorwĂ€rts als auch rĂŒckwĂ€rts kriechend zu bewegen. Sind beispielsweise beim Kriechen die Borsten schrĂ€g nach hinten gerichtet, bewirkt das Zusammenziehen der Ringmuskeln des Vorderendes, dass dieses dĂŒnner und lĂ€nger wird. Dabei verankern die Borsten die hinteren Segmente im Boden, wĂ€hrend der vordere Teil ĂŒber den Boden gleitend sich nach vorne schiebt. Nun folgt eine von vorn nach hinten verlaufende Kontraktion der LĂ€ngsmuskeln, wodurch die Segmente wieder dicker und kĂŒrzer werden, was den Wurmkörper nach vorne zieht (peristaltische Bewegung). BerĂŒhrungs- und Lichtreize können RegenwĂŒrmer auch zu sehr raschen Muskelkontraktionen im Sinne einer Fluchtreaktion veranlassen.
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Bei ihren Wanderungen durch die Böden bilden RegenwĂŒrmer Röhren. In lockerem Bodensubstrat wie zum Beispiel feuchten Waldböden oder Komposterde haben die Tiere beim Durchdringen des Bodens keine Probleme. Mineralböden dagegen bieten je nach Körnung, Festigkeit und aktuellem Wassergehalt sehr unterschiedliche WiderstĂ€nde. Beim Eindringen in den Oberboden sowie beim Bau neuer unterirdischer Wohnröhren wird das verdĂŒnnte Vorderende als Bohrinstrument benutzt. Zum Überwinden des Bodenwiderstandes dient der stabile hydrostatische Druck der LeibeshöhlenflĂŒssigkeit. Meist werden die gebohrten Röhren mit Schleim und Exkrementen der WĂŒrmer ringsherum ausgekleidet und somit fĂŒr den raschen Auf- und Abstieg stabilisiert. Man nennt diese Verfestigung auch „Tapete“. Sie dient auch den Pflanzen als DĂŒnger.

FĂŒr den biologischen Gartenbau sind RegenwĂŒrmer von zentraler Bedeutung. RegenwĂŒrmer gelten als wichtigste Erzeuger von Dauerhumus, gleichbedeutend mit den Ausscheidungen des Regenwurms, einer stabilen Bodenstruktur, ideal fĂŒr das Pflanzenwachstum und mit vielen fĂŒr die Pflanzen verfĂŒgbaren NĂ€hrstoffen. Daher ist auch die Pflege des Bodens in Form von Abdecken oder oberflĂ€chliches Hacken gegen Austrocknung, Mulchen und Einbringen von Kompost eine VergĂŒnstigung der Lebensbedingungen fĂŒr das Bodenleben und somit fĂŒr die RegenwĂŒrmer.
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Der Komposthaufen im biologischen Gartenbau stellt sozusagen die VerdauungstĂ€tigkeit des Regenwurms im großen Stil nach. Hier finden sich vor allem der Kompostwurm und der Rote Waldregenwurm sehr hĂ€ufig ein, ebenso wie unter ausgebrachtem Mulchmaterial. Die Reife des Kompostes lĂ€sst sich dadurch feststellen, dass der Haufen zusammengesunken ist und die RegenwĂŒrmer diesen verlassen haben.
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Die NĂ€hrstoffanreicherung durch die RegenwĂŒrmer wird indirekt durch organische DĂŒngung erzeugt und auf KunstdĂŒnger wird explizit verzichtet. Da die GrabetĂ€tigkeit der RegenwĂŒrmer den Boden ausreichend lockert, ist im biologischen Garten bei richtiger Bodenpflege ein Umgraben im Gegensatz zur konventionellen Anbaumethoden nicht mehr erforderlich.
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Beim Umgraben versuchen wir immer sehr sorgsam zu sein, um ja keinen Regenwurm mit dem Spaten oder der Schaufel zu streifen. Es ist jedoch schier aussichtslos wenn es sich um eine gute Erde handelt, in welcher sich die Tierchen gerne tummeln. 🐍

 

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