Kategorie: Unsere Natur

Unsere Gedanken und Erfahrungen zu Tieren, Pflanzen und Garten

Herbstspaziergang ins Arboretum 🍁🌳

#Herbst #Sonne #wolkenlos #lauwarm #verliebt #Spaziergang #Wald #Bäume #Lehrpfad 🍂🍁🌿🌲🌳

Im elterlichen Garten spüren wir den Zauber des Spätsommers, den Herbst als dritte Jahreszeit und die Farben der Natur. Wassertröge für Vögel, Futternäpfe für Eichhörnchen und gelagerte Nüsse für alle weiteren hungrigen Tierleins da draußen in der Freiheit gibt es hier zu entdecken. Fallende Blätter in einer reichen Farbenvielfalt: Dunkle Rottöne, helles Gelb-Orange und lichtes Grün lassen den Garten erglühen. Walnüsse, Bucheckern und Haselnüsse stellen energiereiche Nahrung dar und versorgen viele Säugetiere wie Eichhörnchen Mäuse oder Siebenschläfer mit fettreicher Nahrung für den Winter.

Den Bienen und Kleintieren steht im Garten reichlich Boretsch zu Verfügung. Ein Summen und Brummen ist hier zu vernehmen. Unser Herz erstrahlt bei diesem Anblick. 🌸🐝

Von den Zwergen bekommen Jens und ich extra tierleidfrei gegrillte Köstlichkeiten zubereitet, wie zum Beispiel vegane Würschtle, Sauerampfer, Rosmarin und vegane Brötchen, so der Wortschatz der Zwergen-Köche. Dies alles zur Stärkung für unseren Spaziergang. So süß. ♡

Nach diesem wundervollen Mahl, verabschieden wir uns von den Zwergen mit Familie und den Tieren

Durch den wunderschönen Garten, die Natur, die kunterbunten Farben hinein ins satte Grün. Auf dem Weg dorthin entdecken wir viele Pilze.

Wir machen uns auf den Weg zu unserem herbstlichen Spaziergang ins Arboretum Serach, welches unterhalb der Katharinenlinde liegt, unweit des Esslinger Höhenwegs. Der idyllischer Baumlehrpfad beinhaltet die Sammlung verschiedenartiger, auch exotischer Gehölze. Arbor entstammt dem Lateinischen und heißt Baum.

Die ersten Bäume des Seracher Arboretums wurden bereits im 19. Jahrhundert gepflanzt. Hier ist die offizielle Seite dazu der Stadt Esslingen. Dazu zählen die 170 Jahre alte Blut-Buche und die 150 jährige Stiel-Eiche. Ein Riesen-Mammutbaum aus den Anfängen des Landgutes musste leider 1985 gefällt werden. Es war einer der Sämlinge aus der Anzucht König Wilhelms I. Dieser bestellte 1864 bei der Königlichen Forstdirektion ein Pfund Mammutbaumsamen, ohne zu wissen, dass dies ca. 100 000 Stück sind. Nachdem an die 8 000 Pflanzen in der Wilhelma unter Glas keimten, lies Wilhelm I. an vielen Stellen im Land die Keimlinge pflanzen, so auch auf dem Landgut Serach.

1962 wurde auf dem Gelände des Landguts eine öffentliche Parkanlage im Stil eines Arboretums eingerichtet.

Aktuell gibt es ca. 50 Baumarten im Seracher Arboretum. Dazu zählen einheimische Bäume wie Winter-Linde, Hainbuche, Feld-Ahorn, Mehlbeere, Eibe, Blut-Buche und Stiel-Eiche. Es gibt aber auch Raritäten wie zum Beispiel die Ferkelnuss und die Butternuss aus dem östlichen Nordamerika, die Tränen-Kiefer aus dem Himalaya, die Westamerikanische und Ostamerikanische Lärche, Riesen-Mammutbäume aus dem westlichen Nordamerika und der erst seit 1941 bekannte Urweltmammutbaum aus Zentralchina.

Hier verbringen wir, wie so viele Tage im Jahr, den heutigen sonnigen Herbsttag in Sandalen, Rock und kurzer Hose. Ein Träumchen. ♡

Fazit: Der Besuch dieses Baumlehrpfades ist ein sehr lohnenswertes Ausflugsziel am Wochenende. Gerade Kinder entdecken hier wahre Schätze wie Kastanien, Tannenzapfen, Fichtennadeln, Laub, Blätter, Wurzeln, Stöcke und vieles mehr. Die Natur braucht nicht uns, sondern wir sie! Wenn wir uns dies vor Augen führen, spüren wir ganz tief im Innern wie die Seele es uns dankt. „Das Glück besteht darin, dass man da steht, wo man seiner Natur nach hingehört“, sagte einmal Theodor Fontane. Und genau das tun wir. ★🍁🌳

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Zitronenmelissen-Tee 🌿

#Zitrone #Bienenweide #fruchtig #grün #Sommer #Sonne #Bio-vegan #Natur #Tee 🌿🐝☕

Die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Zitronenmelisse wurde früher häufig in Klostergärten angebaut, aber auch die Bienen mögen die Blüten dieses Heilkrautes. Der Pflanzensaft soll mit seiner antiseptischen Wirkung die Ausbreitung von Krankheiten verhindern. In der Volksheilkunde wird die Zitronenmelisse überwiegend gegen Unruhe und Schlafstörungen eingesetzt, ihr Wirkungsspektrum ist allerdings deutlich größer.

Bei uns wächst die Pflanze gerade ins unendliche und wir müssen den Melissenbusch dringend stutzen. Aber wohin mit diesem wunderbaren Kraut? Wildkräuterpulver haben wir in rauen Mengen und bei diesen Bergen ist an Tee trinken gar nicht zu denken. Das ist nicht zu schaffen.

So entscheiden wir uns für den Vorrat in Form von getrockneten Teeblättern, denn gerade im Herbst und Winter wenn Erkältungen ihre Hochsaison haben, ist es ausgesprochen hilfreich, etwas Zitronenmelisse im Haus zu haben. Das Heilkraut lässt sich einfach und schnell trocknen und kann luft- und blickdicht in Weckgläsern verschlossen gut gelagert werden.

Wir schneiden die Melissenstengel im unteren Bereich ab und entlauben den unteren Teil etwas. Das heißt, wir geizen im unteren Bereich aus.

Da wir einen bio-veganen Garten haben waschen wir die Pflanzenstengel auch nicht ab. Das könnt ihr aber gerne machen, wenn ihr sie auf einer Wiese geerntet habt, bei der ihr Euch nicht sicher seid, ob ein Bauer oder Gärtner in der Nähe sein Unwesen treibt, zwecks Chemikalien.

Die Stängel am entlaubten Ende mit einem Zwirn oder Bast so zusammenbinden, dass die Triebe nicht zu eng aneinander liegen, damit auch alles gut durchtrocknen kann.

Nun könnt ihr die Melissenbündel an einem luftigen, dunklen und trockenen Ort aufhängen. Trotzdem bitte regelmäßig auf Schimmel kontrollieren, bis sie nach etwa 14 Tagen getrocknet sind.

Jetzt füllen wir die abgezupften getrockneten Zitronenmelisse-Blätter in Gläser und verschließen sie fest. So können wir in der nun bald kommenden kalten Jahreszeit den Sommer in Form unseres eigenen Zitronenmelisse-Tees genießen. ☕🌿

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Pflanzliches Düngemittel MALTaflor 🌱

Angespornt durch den tollen Bio-Veganen-Vortrag in Bayern, möchten wir unseren kleinen Pflanzen etwas Gutes tun und bestellen das pflanzliche Düngemittel MALTaflor Universal. Bis dato haben wir unsere Pflanzen mit eigens hergestelltem Brennnesselsud unterstützt. Da wir dieses Mal keine reine Gemüseerde erhalten haben, möchten wir diese gerne mit guten Nährstoffen versorgen.

MALTaflor enthält als Hauptbestandteil feine nährstoffreiche Malzkeime der Gerste, wie sie zur Bierherstellung verwendet wird, und ist mit einem weiteren rein pflanzlichen Produkt aus der Zuckerrübe sowie Mineralien ergänzt. Tierische Bestandteile sind keine enthalten und darum geht es uns.

  • Reine und pflanzliche Rohstoffe, daher schadstofffrei und ökologisch verträglich.
  • 100% frei von tierischen Bestandteilen oder Produkten (kein Tierkot, kein Tierknochenblut, kein Hornmehl!).
  • Fördert das ökologisch bedeutsame Bodenleben.
  • Unterstützt die Gesundheit der Pflanzen und kräftigt sie.
  • Bodenverbessernd durch 80% humusbildende Substanz.
  • Dünger-Langzeitwirkung über eine ganze Wachstumsperiode.
  • Sanfte Ernährung der Pflanzen durch langsamfließende Nährstoffe.
  • Einfache und sichere Anwendung bei guter Streufähigkeit.
  • Hohe Ertragskraft durch pflanzengerechte Nährstoffzusammensetzung.
  • Wirkt durch besonders hochwertige Nährstoffe.

Mal sehen, ob unsere Tomaten ab jetzt in die Höhe schießen. ツ Das hört sich zumindest alles sehr stimmig an. Wir werden es testen.

Wir beschweren unsere Pflanzenkübel mit einem Stein und geben etwas Erde darauf. Auf diese Schicht kommen Brennnessel, welche ihr auch klein schneiden könnt. Darauf kommt abermals eine Schicht Erde, in die wir das MALTaflor schon etwas unterheben. Am Ende, wenn die wundersamen Pflanzen ihren Platz erhalten haben, geben wir noch etwas nährstoffreichen Dünger um die Pflanzen herum. Vorsicht aber, nicht zu viel. Ich habe es da anfangs etwas übertrieben und habe dann nachträglich wieder etwas entfernt.

Eingetopft sind die wunderbaren Pflanzen nun. Zwar steht der Mond für die Aussaat gut, jedoch spielt das Wetter momentan nicht wirklich mit. Zu frostig sind die Nächte zum derzeitigen Zeitpunkt noch. Wir schätzen aber, dass wir ab Mittwoch mit der neuen Platzvergabe im Garten beginnen können. Dann heißt es abwarten was passiert.

Ein Fazit über die Wirkung dieses pflanzlichen Düngemittels können wir Euch demnach zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht liefern. ★🌱🌿🍅

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Bienenfutterpflanzen 🐝

„Ein Blümchen vom Boden hervor,

war früh gesprosset in lieblichem Flor.

Da kam ein Bienchen und naschte fein,

die müssen wohl beide füreinander sein.“

-Johann Wolfgang von Goethe-

Unser eigener Gemüseanbau schreitet voran. Zeit, uns nun um unsere fleißigen Helferlein zu kümmern: Die Insekten. Ohne Wild- und Honigbienen gäbe es nämlich kein Obst, kein Gemüse und keine Blumen. Wer einen Garten hat, der kann viel für den Erhalt der nützlichen Kleinsttiere tun. Es darf einfach nicht sein, dass wir immer nur zu unserem Wohle leben und dabei die gesamte Schöpfung übersehen.

🐝

Als Bestäuber für viele Pflanzen oder als Nahrung für verschiedene Tiere wie Igel oder Vögel sind Insekten lebensnotwendig. Wir möchten diese schönen und faszinierenden Tiere unterstützen und ein Buffet voller bunter Leckereien für die Tiere zaubern. Unsere Insekten-Hotels haben wir Euch ja schon vorgestellt. Nun gilt es, den Mittagstisch vorzubereiten, damit das Nahrungsangebot auch für unsere Mitlebewesen gesichert ist.

🐝

Meist sind Gärten für das menschliche Auge stilvoll angelegt. Leider zum Nachteil für Bienen, Hummeln etc. Hier etwas Essbares zu finden scheint ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Dem möchten wir entgegenwirken und unserem Garten eine lebendige Vielfalt schenken. Aber auch Balkon, kleiner Vorgarten oder Mini-Außenbereich kann als Pflanzenbuffet den Tieren zunutze gemacht werden. Die Größe der Anlage spielt überhaupt keine Rolle.

Wer nun Insekten unterstützen und ihnen einen Rückzugsort bieten möchte, kann dies mit der richtigen Pflanzenauswahl tun.

Wir beginnen mit einer Buschmalve, welche später von jeder Menge Bienen und Hummeln umschwirrt werden wird. Diese Pflanze stellt jede menge Nektar für die hungrigen Arbeiter bereit. Die rosafarbig blühenden Blüten sind wunderbar anzusehen und die naschenden Brummer außerdem. Aber auch der lilafarbene Lavendel als Klassiker, Salbei, Thymian und Gänseblümchen, Holunder und Schmetterlingsflieder sind wohlschmeckende Pflanzen für die kleinen, fleißigen Tierchen.

Fazit: Helft unseren Bienen durch eine Vielfalt an Blüten im eigenen Garten. Wir haben Euch nur eine kleine Auswahl an Blumen- und Pflanzensorten präsentiert, es bestehen einfach riesen Möglichkeiten. Erkundigt Euch. Mit einem Schmunzeln möchte ich Heinz Erhardt noch zu Wort kommen lassen, der sich dem Thema auf seine eigene Art nähert.ツ🐝🌷🌾🌺🌸🌼🌞

„Ein Gänseblümchen liebte sehr

ein zweites gegenüber,

drum rief’s: ‚Ich schicke mit‘ nem Gruss

dir eine Biene‘ rüber!‘

Da rief das andere: ‚Du weisst,

ich liebe dich nicht minder,

doch mit der Biene, das lass sein,

sonst kriegen wir noch Kinder!'“

-Heinz Erhardt-

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Bio-veganes Gemüse vorziehen 🌱

Die wertvollsten Lebensmittel sind die aus dem eigenen Garten. Regionaler, saisonaler und vor allem frischer geht es nicht. Die nötige Wandlung muss einfach bei uns beginnen. Es geht um ein ganzheitliches, ökologisches, die ganze Schöpfung einbeziehendes Bewusstsein und auch um nachhaltiges Denken in Kreisläufen. Deshalb werden wir dieses Jahr unsere Pflanzen vom Samen bis zum fertigen Gemüse begleiten. Jedoch: Augen auf beim Samenkauf. Unsere Ansprüche sind hoch. Im Grunde sehr hoch, denn wir möchten KEINE Hybridsamen, sondern Saatgut von samenfesten, alten Sorten.

Wir haben für den Erwerb von genau diesen Wunschpflanzen einen Kontakt, der uns alte Tomaten-, Kartoffel- und Gemüsesorten ermöglichen kann. Falls Ihr hier Interesse habt, schreibt uns einen Kommentar oder eine kurze Nachricht, dann lassen wir Euch die Daten zukommen.

Für den Anfang wählen wir Salat, Radieschen, Zucchini, Gurken, Grünkohl, Schnittlauch, Petersilie und Tomaten.

Die richtige Erde wirkt Wunder: Samenkörner sind zarte Wesen und benötigen besondere Umgebungsbedingungen um zu keimen und zu gedeihen. Ihre Wurzeln bleiben gesund, wenn die Erde wenig Düngesalze und viel Feuchtigkeit enthält. Außerdem ist es uns wichtig, dass die Erde keine tierischen Bestandteile aufweist. Manche Abfüller verwenden für ihre Erden als Stickstoffdünger tatsächlich Horngriess, teils auch Blutmehl, Tierhaarmehl, Schlachtabfälle und Knochenmehl. Wenn wir uns das alles vor Augen führen, haben wir gar keine Lust mehr, „normales“ Gemüse, geschweige denn Bio-Gemüse im Laden zu kaufen, um es zu essen.

Hier ein Geheimtipp für das Gärtnern mit Kindern:

Leere Saftkartons oder kleine Päckchen eignen sich hervorragend als Blumentöpfe. Bemalt entstehen daraus sogar regelrechte Kunstwerke. Bitte piekst kleine Löcher in den Boden, damit sich kein Wasser staut. Anschließend könnt Ihr die vegane Erde einfüllen und die Samen vorsichtig einsetzen. Wichtig ist, dass pro Karton nur eine Samensorte verwendet wird, dann gedeihen die Pflänzchen ganz toll.

Licht ist unentbehrlich für das Wachstum der kleinen Triebe. Damit sie gleich von Anfang an genug davon bekommen, stellen wir sie direkt an unsere Fensterfront. Anfangs noch an der Heizung, ist die Lichtquelle bei uns nicht direkt zu Beginn gegeben. Nun hoffen wir trotzdem auf ein positives Wachstum unserer nun doch recht großen und hageren Mini-Pflanzen. 

Dank des Ideenreichtums meines Engels, haben wir uns dieses Jahr für vegane Kokostabletten als Basis unserer Samen entschieden. Diese gießen wir und lassen sie fünf Minuten quellen, um dann die Samen einzubringen. Ein Angießen ist nicht nötig, da das Substrat bereits feucht ist.

Dann heißt es warten….. 🌱

Nach einigen Tagen entdecken wir das erste zarte Grün: Die Keimblätter! Und das ist der momentane Stand unserer Pflanzenaufzucht. Wir freuen uns. 🌱

–> Raus ins Freie dürfen die Jungpflanzen übrigens erst im Mai nach den Eisheiligen. Dies vermerkt Ihr Euch gut.

Fazit: Wenn aus einem winzigen Saatkorn langsam eine Pflanze heranwächst, stehe ich mit leuchtenden Augen davor und empfinde das als kleines Wunder. Es ist unbeschreiblich. Wir wünschen Euch viel Spaß beim Aussäen und gutes Gelingen! ★🌱🥬🥒🍅

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Wildkräuter-Pulver 🌿

#Wildpflanzen #Heilkraut #Garten #Bienen #Natur #Renaissance #Hexenküche #Zwergenreich 🌿🌼🌿

Seit vielen Jahrhunderten gehören heimische Wildpflanzen auf den Speiseplan des Menschen. In unserer heutigen Zeit werden sie verstärkt wiederentdeckt und das nicht nur von gesundheitsbewussten Menschen. Unter dem Begriff Wildkräuter werden die Pflanzen zusammengefasst, die zum Verzehr geeignet und nicht durch Zucht bearbeitet, sondern im jeweiligen Land heimisch sind. Das heißt sie gedeihen auf Wiesen und Äckern oder an Flüssen, Seen und Wäldern.

Gerade in Smoothies sind unsere Wildkräuter als „heimische Superfoods“ nicht mehr wegzudenken. Wildkräuter dürfen ungestört wachsen und sind demnach eine der natürlichsten und nährstoffreichsten Lebensmittel. Voller Kraft und Power. Wir haben das Glück, dass diese starken Pflänzchen direkt vor unserer Haustüre wachsen. Falls dies bei Euch nicht der Fall sein sollte gibt es genug Parks und Naturgebiete auch in der Nähe großer Städte, in denen ihr Euch bedienen könnt. Achtet nur darauf, dass ihr die Wurzeln immer stehen lasst und die Blätter nicht alle entfernt, damit sich die Pflänzchen auch weiterhin entfalten können.

Doch für den Herbst und Winter, wenn diese dann nicht mehr wachsen oder keine Zeit zum Sammeln ist, verarbeiten wir einen Teil unserer frischen Kräuter in den warmen Frühlings- und Sommermonaten zu Pulver.

Unsere eigenen Wildkräuter in Pulverform weisen folgende Merkmale auf:

  • aus Wildsammlung
  • mit Liebe geerntet
  • in Rohkostqualität getrocknet
  • schonend zerhäckselt
  • keine künstlichen Zusätze
  • in Glasbehälter abgefüllt
  • keine Mischpulver

Unsere gesammelten Kräuter breiten wir an einem luftigen, schattigen Ort großzügig aus. Die Pflanzenteile sollten nicht zu dicht beieinander und schon gar nicht übereinander liegen. Direkt in der Sonne getrocknet, mindert dies die Qualität. Nach der groben Trocknung bündeln wir unsere Wildkraut-Sträuße  und hängen sie wettergeschützt zum weiteren trocknen auf. Wir verwenden dazu alte Strumpfbänder.

Erst wenn die Pflanzen nach mehreren Tagen zu 100% getrocknet sind, trennen wir die Blätter von den Stielen. Dies erfolgt fast schon meditativ, da dies der aufwendigste Teil im ganzen Trocknungsprozess ist.

Wir zerhäckseln und zermahlen unser Grün im Vitamix. Knapp eine Minute, je kürzer umso besser, denn das Mahlwerk des Mixers wird sonst zu heiß, wodurch die Hochwertigkeit der Inhaltsstoffe zunichte gemacht werden können. Doch auch jeder andere Mixer tut hier bestimmt sein Richtiges. Einzig werden hier Unterschiede in der Feinheit des fertigen Pulvers zu vermerken sein.

Die perfekteste Aufbewahrung wären natürlich dunkle Apothekergläser. Wir greifen auf normale Schraubgläser zurück und bewahren sie lichtgeschützt auf.

Fazit: Frische Wildkräuter sind natürlich immer vorzuziehen, denn bei jedem Verarbeitungsprozess gehen wichtige Vitamine und Nährstoffe verloren. Für uns ist das Pulver trotzdem eine schöne Alternative. Bitte informiert Euch vor dem Sammeln über Kenntnisse und Nutzung von Wildpflanzen. 🌿🌼🌿

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Hühner 🐔


Hühner sind neugierige und vor allem schlaue Tiere. Ihre Intelligenz ist den Säugetieren gleichgesetzt. Dürfen Hühner in ihrer natürlichen Umgebung aufwachsen, schließen sie Freundschaften, bilden soziale Hierarchien, erkennen einander, lieben Kinder und Menschen allgemein und genießen ihr Leben in vollen Zügen. Staub- und Sonnenbäder, Scharren in der Erde und das Schlummern in Bäumen ist hier mit inbegriffen.

Wie bei anderen Lebewesen auch, unterscheiden sich auch hier die Individuen und jedes Huhn hat seine eigene Art und Persönlichkeit: Manche sind neugierig und sprudeln vor Lebensfreude, andere sind eher introvertiert und schüchtern.

Viele unserer eigenen Hühner sind zutraulich und lassen sich streicheln und füttern und das, obwohl sie vor ihrem harmonischen Beisammensein bei uns, keinen schönen Start ins Leben hatten.


Hühner, die für die Nahrungsmittelindustrie aufgezogen werden, sind in Hallen eingepfercht, die von den Exkrementen unvorstellbar nach Ammoniak stinken. Jedes Huhn hat nicht einmal die Fläche eines normalen DIN A4 Papiers zur Verfügung. Da sie stark hochgezüchtet werden, leiden sie unter Knochenbrüchen, vor allem aber auch, weil Arbeiter sie grob an den Füßen packen und in Transportboxen stopfen. Häufig wird den Tieren bei vollem Bewusstsein die Kehle aufgeschlitzt, oder sie im Brühbad versenkt. Und dass, obwohl sie mit einer Lebenserwartung von 10 bis 15 Jahren zu diesem Zeitpunkt noch Babies sind.

„Der durchschnittliche Fleischesser trägt die Verantwortung für den Missbrauch und Tod von etwa 600 Hühnern.

Auch werden in vielen Produktionshallen für Eier die Hühner in Produktionszyklen gehalten und entweder ausgestallt, oder der Populationszyklus wird über eine Legeperiode hinaus verlängert und die Hühner dafür in die Mauser versetzt. Dabei erneuern sie ihre reproduktiven Organe und legen danach wieder mehr Eier. Das heißt, die Tiere müssen bis zu 14 Tage hungern. Wenn ich mir dann vor Augen führe unter welchen Bedingungen die Tiere leben grenzt das schon an Folterung.

Das „Ausstallen“ bezeichnet das Verladen der Tiere zum anschließenden Transport in den Tod. Manche Höfe machen das konsequent alle zwei Jahre, da die Hühner ab diesem Zeitpunkt weniger Eier legen. Da zeigt sich der geldgierige und nach immer mehr strebende Zweibeiner.
Ich möchte Euch von unserer Rettungsaktion in einem Bio-Mastbetrieb an einem Novembertag im Großraum Stuttgart erzählen.
Bio hört sich ja erstmal „tierfreundlicher“ an. Ist es aber nicht. Frage an Dich: Rechtfertigt Biohaltung denn tatsächlich den Mord an einem unschuldigen Tier? Auch wenn die folgenden Bilder nicht schön anzusehen sind, ist es doch ein wichtiger Hinweis zur Vorgeschichte unserer Hühner. So etwas sollen die Tiere nie wieder erleben müssen!


Insgesamt können wir mit dieser Rettungsaktion mit anderen lieben Menschen 53 Hühner aus der Massentierhaltung retten. Wenn man diese armen Geschöpfe sieht, wird einem klar, dass es für jedes einzelne gerettete Huhn ein Glücksfall ist. Somit können dann wenigstens ein paar wenige Tiere einen artgerechten Lebensabend verbringen. Da die Tiere ihre Erlebnisse und eigenen individuellen Geschichten auf unterschiedlichste Art und Weise verarbeiten, muss jedes Tier genau beobachtet werden, um promt darauf reagieren zu können.

Es sind sehr wache, hochsensible Tiere, die den Menschen übrigens sehr gerne beobachten und bei Gesprächen auch zuhören. Ein sehr aufgewecktes, neugieriges Tier beäugt mich und meine Mutter nonstop. Es ist ein braunes, etwas kleineres Huhn. Wir stehen am Zaun und flüstern, um zu besprechen wie wir vorgehen sollen. Das Tier neigt den Kopf und hört aufmerksam zu. Zwischendurch gibt es einen Ton von sich, lässt uns nicht mehr aus den Augen. Dies dauert eine gefühlte Ewigkeit. Es kommuniziert mit uns. Ein Gefühl entsteht bei mir: Dieses Huhn möchte ich mitnehmen. Ich möchte, dass es lebt. Genau dieses eine von 2500 Hühnern. Wir beschließen, das Huhn dort rauszuholen. Durch die Türe schiebe ich mich in den Außenbereich der Halle. Ich versuche ganz ruhig zu sein, dabei schlägt mein Puls durch den Adrenalinschub unaufhörbar bis zum Hals. Ich summe ganz leise vor mich hin, um uns beide zu beruhigen. Langsam nähere ich mich. Das Tier schaut mich unentwegt an. Ich möchte, dass Du zu uns nach Hause kommst, bei uns bist, glücklich wirst, nicht sterben musst, spreche ich gedanklich meinem Gegenüber zu. Eigentlich gibt es jetzt nur noch uns beide, alles andere ist verschwommen und ausgeblendet. Und dann passiert es: Ein Tumult aus anderen flatternden Tieren, welche im Innern von den Arbeitern aufgeschreckt werden, holt mich zurück ins Hier und Jetzt. Hektik entsteht. Im falschen und doch einzig möglichen Moment versuche ich das Tier zu fassen und ….bekomme es nicht. Es flattert davon und geht in Hunderten von Tieren im dunklen Stallinnern unter. Gefühlt bricht bei mir der Boden unter den Füßen zusammen. Doch es bleibt keine Zeit. Die Arbeiter haben mich und meine Mutter entdeckt und wir werden zur Tür begleitet. Drei Hühner nehmen wir mit.

Der Schmerz zu wissen, dass Sekunden über Leben oder Tod eines Tieres entscheiden ist kaum zu ertragen. Ich werde die Augen dieses Tieres mein Leben lang nicht mehr vergessen, auch wenn es für manchen „nur“ ein Huhn ist. RIP
Manches ist mit dem Verstand einfach nicht zu erfassen, jedoch hat mich dieses Erlebnis spüren lassen, dass die Kommunikation mit diesen Wesen auf einer ganz anderen Ebene stattfindet. Es ist die Begegnung mit genau diesem einen Huhn unter Tausenden, welches mir die unerträglichen Lebensbedingungen der Tiere vor Augen führt.
Der Schock sitzt tief, starre breitet sich aus, jedoch brauchen unsere drei Mädels nun auf der Heimreise unsere ganze Aufmerksamkeit.

Hier seht ihr Charlotte, Helen und Milka kurz nach der Ankunft in ihrem neuen Zuhause. In die Transportbox haben wir Lavendel gegeben. Die darin enthaltenen ätherischen Öle wirken beruhigend aufs Gemüt. Somit verlief auch die Fahrt äußerst harmonisch. Wobei ich zugeben muss, dass die drei Hühner an sich sehr stabil sind und sich nicht gleich aus der Ruhe bringen lassen.

Ein paar weitere Momentaufnahmen unserer Mädchenbande:

Die Hühner genießen jeden Moment draußen im Grünen. Sie scharren im Gras und bekommen dabei ganz braune, erdige Füße. Sie suchen deutlich den Kontakt zu uns Menschen: Gehe ich in die Hocke um die Hühner von weitem zu fotografieren, ist die Herde kurze Zeit später um mich herum versammelt. Die Kamera wird dabei genau inspiziert. Selbst an unserer Hündin wird einfach vorbei gegangen, wobei dann schon gebruddelt wird, wenn diese die Schnauze hebt, um an dem Huhn zu schnüffeln. Das geht dann doch etwas zu weit!

Die warmen Temperaturen lockt die Hühner auf ihren Leiterwagen im Gehege. Aufmerksam lauschen sie den Erzählungen unseres Besuches und dabei fällt der einen oder anderen die Äuglein zu. Ist ja auch ganz schön anstrengend so ein Gespräch!

Eine artgerechte Hühnerhaltung beinhaltet viele, viele Freiflächen, das ist zwingend notwendig. Allerdings bewegen sich die Hühner auch gerne in Bereichen, die ihnen nach oben Deckung bieten. Die Gefahr von oben stellen Greifvögel wie Habicht und Mäusebussard dar. Trotz unserer Baumbestände lassen wir unsere Tiere deshalb trotzdem niemals im Freigehege allein. Auch unsere Hündin passt hier mit auf, falls auch Gefahr am Boden droht.

In der Natur fressen Hühner Samen, Würmer, Insekten oder Beeren. Hühner sind also keineswegs reine Körnerfresser, im Gegenteil, sie benötigen eine abwechslungsreiche Ernährung. Auch über Essensreste freuen sie sich. Doch Vorsicht: Es darf nicht zu salzig und fettig sein.

Hier bekommen die Hühner die Reste meines grünen Powersaftes, denn heute möchte ich unseren Damen eine besondere Freude machen. So bringe ich voller Euphorie den Trester aus Gurken, Zucchini, Fenchel, Spinat, Petersilie und Zitrone in den Stall.

Naja….Nase rümpfen geht ja nicht. Aber Begeisterung schaut irgendwie anders aus!

Sodele, dann muss eben Plan B her: Nimm eine Handvoll Bio-Sonnenblumenkerne und ein paar Nüdelchen, streue sie über den besagten grünen Auflauf und warte ab…….. 🙂 Njomnjomnjom, lecker! Geht doch Mädels!

„Sommer, Sonne, Sonnenschein,
hier schenk´ich Dir drei Blümelein!“ ✿ ✿ ✿

Matthilda 💜

Dieser Traktor ist zwar nicht gänzlich unbekannt, jedoch hier, Mitten im Gehege, völlig fehl am Platz!

Schon mysteriös das Fahrzeug, aber die Neugierde siegt letztendlich!

Einen wunderschönen Satz habe ich gelesen, der diese sensiblen Wesen auf den Punkt beschreibt:
„Hühner sind zweifelsohne tiefgründige Tiere“.


Fazit: In ihren kognitiven Fähigkeiten gleichen Hühner den Säugetieren. So versteht ein Huhn beispielsweise, das ein Gegenstand noch vorhanden ist, wenn man ihn versteckt. Dies reicht über die Fähigkeiten eines Kleinkindes hinaus. Das muss man sich einmal vorstellen! Umso absurder erscheint doch die Massentierhaltung und das qualvolle Leiden dieser intelligenten Tiere. Sich dies vor Augen zu führen rechtfertigt es nicht mehr, seinen bisherigen Lebensstil fortzuführen, falls er noch tierische Produkte beinhaltet. Go vegan. ★🌱🐔

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Efeu

Efeu und ein zärtlich Gemüt,

heftet sich an und grünt und blüht,

kann es weder Stamm noch Mauer finden,

es muss verdorren, es muss verschwinden.

-Johann Wolfgang von Goethe-

 

„Wo´s Sträußchen hängt, wird ausgeschenkt.“ 🍷

Mit einem Kranz aus Weinreben oder Efeu machten Winzer – seit einem Erlass Karls des Großen – auf ihre Weinschänken aufmerksam. Nur mit einem solchen Kranz an der Eingangstür, durften Winzer eine Wirtschaft betreiben und ausschenken. Auch heute findet sich Efeu noch symbolisch auf so manchem Wirtshausschild.

Bereits in der Antike weihte man Efeu den Göttern des Weins und der Fruchtbarkeit. Später stand die immergrüne Pflanze als christliches Symbol für Treue und Unsterblichkeit. So umrankt das Gewächs viele Gräber und Friedhofmauern, diente aber auch bei Hochzeiten als Pflanzenschmuck.

Efeu blüht im Herbst und präsentiert im Frühjahr seine Früchte: Glänzend schwarze Beeren. Doch Vorsicht: Finger weg von Efeu. Die ganze Pflanze ist für Menschen giftig.

Efeu ist eine immergrüne Kletterpflanze, die bis zu 20 Meter hochwachsen kann. Die Blätter sind dunkelgrün. Ihre Form variiert, bringt aber so manches Herz zutage. Junge Blätter sind behaart, ältere erscheinen kahl.

Die wirksamen Inhaltsstoffe befinden sich in Efeublättern. Sie enthalten Triterpensaponine, die zu den sekundären Pflanzenstoffen zählen. Vor allem die Substanzen Hederacosid C und B sowie alpha-Hederin spielen für die Wirkung eine Rolle. Daneben kommen in den Blättern Flavonoide, Kaffeesäurederivate und ätherisches Öl vor.

Aufgrund dieser Effekte dient Efeu als pflanzliches Mittel gegen Husten. Frische Efeublätter können jedoch allergische Reaktionen auf der Haut verursachen. Die Pflanze ist giftig und soll deshalb nicht selbstständig verarbeitet werden.

Der Efeu erklimmt außerdem Mauern und wandert die Baumstämme entlang in luftige Höhen: Er will umarmen und hüllt alles liebevoll in wundervolles Grün. Deshalb wird er im Volksglauben schnell zum Symbol für Liebe, Treue und Freundschaft.

Auf der Tour in den Wäldern der Schwäbischen Alb durften wir daran teilhaben, wie der Efeu sich dort ausbreitet, sich um die Bäume schlängelt und das Erdreich bedeckt.

Eine Sage überbringt die Botschaft, dass der Efeu die Liebe der Blumen und Gräser zu den Blättern der Bäume emporträgt. Eine unendliche Liebeskette. Hier fühlen wir uns wohl. ♡

Außerdem birgt das Pflänzlein eine gewisse Mystik in sich: Der deutsche Volksglaube besagt, dass wer einen Efeuzweig bei sich trägt, in der Walpurgisnacht die Hexen sehen und erkennen kann.🔮 Ein Versuch ist das doch wert.ツ★ 

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Ein Wurzelwerk

#Wurzeln, #Gras, #Saft, #Energie, #Gesundheit, #Natur, #Körper, #Geist, #Seele ★🌱

Ein liebgewonnener Powertrunk ist der selbstgepresste Gras-Saft, oder auch Weizengrassaft. Für die schnelle Energie reicht es allemal das wilde Süßgras von der Wiese zu ernten und zu entsaften. Es beinhaltet sehr viel Lebenskraft und Vitalstoffe. Da es unendlich viele verschiedene Sorten gibt, probiere ich vor der Ernte immer ein zwei Gräser, um den Geschmack zu testen. Ist mir der Grashalm zu bitter gehe ich weiter und versuche an anderer Stelle mein Glück. Die Fasern der Halme spucke ich jedoch aus. Schließlich haben wir ja keinen Kuhmagen, welcher durch Wiederkauen dies faserige Grün verdauen kann.

Das Gras beinhaltet große Mengen Chlorophyll, viele Mineralstoffe und Spurenelemente, Enzyme, Aminosäuren, ungesättigte Fettsäuren und viele Vitamine. So weit, so gut. Was passiert aber in den Wintermonaten?

Mittlerweile gibt es unzählige Anleitungen im Netz, wie verschiedene grüne Gräser wie Dinkel, Gerste, Hafer, Weizen oder Kamut gezüchtet werden können. Auch wir haben diesen Versuch gestartet. Erst mit herkömmlichem Saatgut aus dem Bioladen. Nach kläglichem Scheitern und Schimmelbildung dann mit speziellem BioSaatgut. Diese Keimsaat ist bestens geeignet für Sprossen und Mikrogrün. Um eine möglichst hohe Keimfähigkeit zu bewahren, sollen die Samen kühl und trocken gelagert werden. An diese Vorgaben haben wir uns gehalten.

Hochmotiviert bestücken wir unsere Behälter mit Erde und säen die Keimlinge, nachdem sie die hierfür zugedachten Stunden eingeweicht wurden, liebevoll ein. Erbsen, Leinsamen, Brokkoli und Weizengras….wir strotzen vor Übermut. Das Ergebnis ist jedoch überschaubar: Ein Großteil der Saat geht nicht auf, andere Teile verschimmeln abermals. Ich zweifle an meinem grünen Daumen, wenn man bedenkt, dass das Ganze dann doch echt kein Hexenwerk darstellt.

Ein Unterschied bleibt jedoch: Die Aussaat in unserem Gewächshaus zeichnet sich dahingehend durch starken Wuchs der Gräser aus.

Hier ist nichts von Schimmelbildung oder dergleichen zu vermerken. Die Ernte ist im großen Stil von uns zu bewerkstelligen, da immer neue Gräser nachwachsen. Eventuell spielt die Luftfeuchtigkeit doch eine sehr große Rolle.

                                                                                               ★



Ein Wunder der Natur!

Beim Entsorgen der Behälter aus der Wohnung zeigt sich nun etwas Einzigartiges: Ein Geflecht aus Wurzeln, welches mathematisch nicht vollendeter angeordnet sein kann. Die Wurzeln ziehen Kreise wie aus Meisterhand. Die Größe der Rundungen wie aufeinander abgestimmt. Ein Wunderwerk der Natur, wenn man bedenkt, dass im oberen Erd-Bereich die Keimsaat wild durcheinander gesät wurde.

Gedanklich treten Verknüpfungen auf: Das Buch „Die Wurzelkinder“ war ein steter Begleiter in meiner Kindheit. Grob zusammengefasst brechen die Wurzelkinder im Frühling aus der Geborgenheit des Winterschlafs unter der Erde auf und ziehen als Blumen und Gräser mit den Käfern hinaus in die Welt. Hier bleiben sie den Sommer über, bis die Herbststürme sie wieder in die Erde zurücktreiben. Daran erinnern mich diese Wurzelberge, welche sich so filigran zu einer Einheit verbinden.

Fazit: Die Wurzelkinder stehen in den Startlöchern, der Frühling kurz bevor. Somit werden wir die nächsten Monate keine Experimentierversuche mit Weizengras und Co mehr durchführen. Aber wer weiß das schon, vielleicht nehmen wir es uns für die kommenden Wintermonate vor. Die Erfahrung mit dem Wurzelwerk ist für uns aber bedeutend.🌱

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Die Schneebeere

„Als eine weiße Schneebeere,

möchte ich Dein letztes Wort sein.

Niemand spricht es mehr aus,

aber die weiße Schneebeere am Haus,

wird noch dort sein,

jahrein, jahraus.“

„Hundertzehn Gedichte“ von Georg von der Vring

Auf unserem Fußweg nach Esslingen durchlaufen wir einen Weg, der von Kleingärten, aber auch wilder Natur umrandet ist. Hier sehen wir sie: Die „Gewöhnliche Schneebeere“. Extrem weiße, beerenartige Steinfrüchte mit meist zwei einsamigen Steinkernen. Zustande kommt die Weißfärbung durch die Totalreflexion des Lichtes. Wahre Kunstwerke der Natur!

Die Gewöhnliche Schneebeere ist in Nordamerika heimisch. Mitte des 19. Jahrhunderts war der Strauch in Deutschland in Gärten, Parks und Friedhöfen weit verbreitet, unter anderem, weil er auch eine ergiebige Bienenweide darstellt.

Genutzt wurde die Pflanze von den Indianern in Washington und Oregon, denn sie aßen die Früchte frisch oder getrocknet, und nutzten sie als Haar-Shampoo. Früchte und Blätter wurden zerstoßen auf Wunden aufgetragen. Ein Tee aus der Rinde wurde zur Behandlung von Tuberkulose und Geschlechtskrankheiten eingesetzt. Wobei sie bei uns als giftig deklariert wird. Also ist hier Vorsicht geboten. Aus dem Holz wurden damals aber auch Pfeilschäfte und Pfeifenrohre hergestellt. In Europa wird die Gewöhnliche Schneebeere häufig als Ziergehölz gepflanzt. In Großbritannien eher als Deckungsgehölz für Vögel und Wild gepflanzt.

„Gewöhnliche Schneebeere“

Jens erinnert sich an seine Kindheit und dass die Schneebeeren früher sehr beliebt waren, da sie beim auf den Boden werfen knacken und leicht knallen. Daher auch der Name „Knallerbsenstrauch“. Der Name erlangte 1999 auch durch Stefan Raab Berühmtheit, als er diesen nämlich in seinem Lied Maschen-Draht-Zaun verwendete. In dem Streit ging es darum, dass ein Knallerbsen-Strauch in einem Garten in das Nachbargrundstück reicht und entfernt werden sollte.

Die Blüten werden von Bienen, Wespen und Schwebfliegen besucht. Sie sind eine Bienenweide, aber auch Selbstbestäubung ist möglich. Blütezeit ist Juni bis September. Das Fruchtfleisch ist großzellig und schwammig; Es findet eine Verdauungsverbreitung durch Vögel wie Drosseln und Finken statt. Als Futter werden die Früchte jedoch nur wenig angenommen.

Der von uns gesichtete Schneebeeren-Strauch scheint eine verwilderte Pflanze zu sein.

Fazit: Die Schneebeere hat etwas verwunschenes, unwirkliches; Der weiße Kugelblitz ist ein Hingucker, gerade wenn noch keine Schneeflocken das Umland in verhüllendes weiß verwandeln. Märchenhaft die Vorstellung, dass die Eisperlen im Zwergen- und Elfenreich eine besondere, geheimnisvolle Rolle spielen könnten.

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