Norden

#Norden im Norden # Seeluft #Urlaub #Wind #Zweisamkeit #Museen 🌬💩☔☂

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Unser erster gemeinsamer Sommerurlaub in der Stadt Norden. Wir reisen in chaotischen VerhĂ€ltnissen ĂŒber Nacht mit der Bahn in dieses fĂŒr mich bis dato unbekannte StĂ€dtchen. Bis jetzt wissen wir nicht, dass uns die Nordsee ab diesem Zeitpunkt im Sommer nie wieder loswerden wird. Zwar nicht hier, aber die Luft haben wir geschnuppert.

Das Wetter ist nordisch: UnbestĂ€ndig, regnerisch und windig. Wie ihr schon wisst sind wir aber spontan und niemals verzweifelt. Wir disponieren um, planen wetterentsprechend und genießen dabei unsere Zweisamkeit. So erfahren wir Dinge, welche wir unter anderen UmstĂ€nden gar nicht hĂ€tten erleben dĂŒrfen. Ein TrĂ€umchen. ツ

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Die Seehundstation Nationalpark-Haus in Norddeich

Jetzt möchte ich ausholen. Die letzten Jahre habe ich mich aktiv gegen ZooÂŽs, Tierparks und das Einsperren von Tieren eingesetzt. Delphine waren vor allem vor dem Tierpark NĂŒrnberg das Hauptthema. DafĂŒr habe ich Plakate entworfen und umgesetzt und viele Reisen getĂ€tigt. Was ich jedoch niemals nie gemacht habe ist, Geld fĂŒr die Eintrittskarte gezahlt, um mir die dort eingesperrten Tiere anzusehen. Es ist mir zuwider nur einen Cent fĂŒr diese GefĂ€ngnisse zu investieren. Mein Gewissen macht da nicht mit. Ich habe in dieser Zeit VerstĂ€ndnis fĂŒr die TierschĂŒtzer, welche sich um das Wohl der dort leidenden Geschöpfe Sorgen machen und regelmĂ€ĂŸig die Wasserbecken kontrollieren und Auskunft ĂŒber den Gesundheitszustand der Lebewesen geben können. FĂŒr mich undenkbar.

Hier im Urlaub stehe ich vor der Entscheidung, ob ich das erste Mal einen Sprung ĂŒber meine Einstellung mache. Nichts ist eingemeißelt, alles kann relativiert werden. Und was soll ich sagen: Jens und ich besuchen die Seehundstation Nationalpark-Haus in Norddeich mit dem Hintergrund, dass hier zwischen 80 und 150 verwaiste Seehunde, aber auch Kegelrobben jĂ€hrlich aufgezogen werden, um spĂ€ter in der Nordsee wieder die Freiheit zu erlangen. Ich bin gutglĂ€ubig und springe ĂŒber meinen Schatten.

Die Seehundstation Norddeich ist zustĂ€ndig fĂŒr das NiedersĂ€chsische Wattenmeer, das als Nationalpark und Weltnaturerbe besonderen Schutz genießt. In der naturnah gestalteten Beckenanlage können die GĂ€ste die Seehunde auf den LiegeflĂ€chen, im und sogar unter Wasser beobachten.

Ich bin sehr aufgeregt und habe trotz allem ein sehr mulmiges GefĂŒhl. Gehe ich mir als Person mit gewissen ethischen Vorstellungen fremd? Gehe ich von meinem ursprĂŒnglichen Weg ab? Werde ich mir selbst unglaubwĂŒrdig, wenn ich eine Eintrittskarte fĂŒr diese Seehundstation kaufe? Wird den Tieren dort geholfen, oder ist das reiner Touristenbetrug?

Wir informieren uns und entscheiden uns dafĂŒr. Eine große Ausstellung in der Seehundstation zeigt das Leben der Seehunde und lĂ€sst den Besucher, vieles ĂŒber ihren natĂŒrlichen Lebensraum – das Weltnaturerbe Wattenmeer -, hautnah erleben. FĂŒr jede Altersgruppe wird ein vielfĂ€ltiges Programm zu den Themen Seehund und Naturerlebnis Wattenmeer angeboten.

Trotzdem ist die Sichtweise, welche ich auf die Angebote dort lege, sehr kritisch. Mir macht niemand so leicht etwas vor. DafĂŒr habe ich tierschutzmĂ€ĂŸig zu viel erlebt und werde auch von Jens dahingehend sensibilisiert. Mein gutmĂŒtiges menschliches GemĂŒt macht mir hier manches Mal einen Strich durch die Rechnung. Aber ganz so blauĂ€ugig bin ich dann doch nicht. Das GefĂŒhl die Seehunde lebendig zu sehen war enorm zwiespĂ€ltig: Die Euphorie der um uns stehenden Menschen lies nicht nach, doch mein kritischer Blick mit dem unwohlen GefĂŒhl bleibt fraglich. So bin ich, so sind wir. Wenn den Tieren letztendlich aber in diesen Auffangbecken geholfen wird, kann ich es nur gutheißen und hoffe, dass alle Lebewesen nach der Gesundung die Freiheit wieder erleben dĂŒrfen.

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Das Wetter bleibt weiterhin unbestĂ€ndig und wir entschließen uns, das Ostfriesische Teemuseum in Norden-Norddeich zu besuchen.

Auf ĂŒber 1000 qm AusstellungsflĂ€che werden Anbau, Ernte und Verarbeitung des Tees ebenso anschaulich dargestellt wie dessen gesellschaftliche Bedeutung aufgezeigt. In verschiedenen LĂ€ndern haben sich unterschiedliche Rituale rund um den Tee entwickelt. Ostfriesland kommt mit seiner Teekultur einer besonderen Bedeutung zu. Sehr interessant.

Am nĂ€chsten Tag besuchen wir das Marinemuseum in Wilhelmshaven. Museumsschiffe und das FreigelĂ€nde sind zu bestaunen. Die Technik vom Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart sind dargelegt und die AtmosphĂ€re ist zu spĂŒren.

Essenstechnisch versorgen wir uns mehr schlecht als recht. Zwar 100%ig pflanzlich, aber es ist die Plastikverpackung, welche sich manches Mal nicht vermeiden lÀsst, obwohl wir vieles selbst zubereiten.

Ein Besuch im Hafen zeigt Euch den morgendlichen Nebel am heutigen Tag.

Die Fischernetze gefallen mir gar nicht. Die engmaschigen, netzförmigen FlĂ€chengebilde, werden zum Fischfang benutzt. Sie bestehen aus Verknotungen von Fadenreihungen mit einer Fadenfolge, wodurch sie die Unverschieblichkeit dadurch besitzen, dass sich die Knoten durch Zug in jeder der Fadenrichtungen fester schließen. Es ist der Horror und ich möchte nicht wissen, wie viele Seelen in diesem Haufen ihr Leben lassen mussten.

Die Möwen sind ausgezeichnete Segelflieger, insbesondere auch bei starkem Wind. Sie suchen vor allem den Strand nach Nahrung ab und jagen manchmal anderen Vögeln die Beute ab. Wenn sie nach Nahrung tauchen, dann sind nur der Kopf und ein Teil des Körpers unter Wasser. Und laut sind sie. 

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Fazit: Einmal Norden, nicht immer Norden. Jedenfalls fĂŒr uns. Da wir die Stadt meinen, bleibt die Gegend aber die unsere und wir werden unsere weiteren Sommerurlaube auf Sylt verbringen. Im Prinzip ist jedes Fleckchen Erde fĂŒr mich perfekt, wenn mein SeelengefĂ€hrte und geliebter Mensch bei mir ist. ♡

 

 

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