Sikkim, das Bio-Wunderland

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Mir schlĂ€gt tatsĂ€chlich vor Freude das Herz höher: 100 Prozent Bio-Landbau. Der Bericht im aktuellen Schrot und Korn Heft ĂŒber das Dorf Sikkim zeigt dies auf. Shri Pawan Chamling, ein Bauernjunge aus Sikkim, heute MinisterprĂ€sident des Bundesstaats, hatte die Vision vom „100 Prozent Bio-Landbau“ und setzte dies innerhalb von 15 Jahren um. Viele Menschen hielten ihn anfangs fĂŒr verrĂŒckt, denn die Farmen in Sikkim sind klein und zahlreich. Es gibt 65 000 Bauern und im Schnitt bewirtschaftet jeder von ihnen nur um die 1,5 Hektar Acker. Die Bauern mussten also erst einmal ĂŒberzeugt und im Bio-Landbau geschult werden. Das war eine echte Herausforderung bei den vielen kleinen Höfen. Kluge Strategien waren gefragt und bald auch gefunden. So wurde KunstdĂŒnger nicht einfach verboten, sondern unattraktiv gemacht, indem die staatliche Subvention fĂŒr ChemiedĂŒnger jĂ€hrlich um zehn Prozent gekĂŒrzt wurde. Bereits nach ein paar Jahren war kein Bauer mehr an KunstdĂŒnger interessiert. Auch wurden die Bauern geschult Kompost herzustellen und damit ihre Felder zu dĂŒngen.

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Der erste Eindruck des Autors Bernward Geier beim Besuch des Kleinstaates Sikkim:
„BĂ€ume, viele BĂ€ume und Affen. Es ist weder laut noch hektisch und auf den Straßen liegt kein PlastikmĂŒll. Ich muss in einem anderen Indien sein. Es gibt viel Wald, unzĂ€hlige BĂ€che, FlĂŒsse und Seen – und WasserfĂ€lle mit kristallklarem Wasser. Die Affen sind frech wie ĂŒberall. Sie sĂ€umen mit ihren Clans die Hauptstraße und posen gerne mit den Neuankömmlingen fĂŒr einen Schnappschuss. Mich faszinieren die idyllisch anmutenden Terrassenfelder und die Bauernhöfe, die an steilen HĂ€ngen in schwindelerregender Höhe zu sehen sind. Kaum zu glauben: Bio-Landbau soweit das Auge reicht.“ Der weise Spruch des leider verstorbenen Esprit-GrĂŒnders und UmweltschĂŒtzers Doug Tompkins findet hier seine beste BestĂ€tigung:

„Wenn etwas schön ist, kann man davon ausgehen, dass es gut und richtig ist. Wenn aber etwas hĂ€sslich ist, dann ist es sicher falsch.“

Auch beeindruckend sind die strengen Regeln, die den Tieren und der Umwelt zugutekommen: In Sikkim darf weder gejagt noch gefischt werden. Auch das FĂ€llen von BĂ€umen ist strengstens verboten. Als Strafe fĂŒr einen gefĂ€llten Baum muss der TĂ€ter zehn neue BĂ€ume pflanzen. Einmal im Jahr wird mit dem Projekt „10 Minuten fĂŒr Mutter Erde“ das ganze Land mobilisiert. Dann pflanzt quasi die ganze Nation BĂ€ume. đŸŒłđŸŸ

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Die Energieversorgung erfolgt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Der Strom aus Wasserkraft- und Solaranlagen wird sogar exportiert und trĂ€gt maßgeblich zum Staatshaushalt bei. Das Vermeiden von MĂŒll und Recycling sind in Sikkim beinahe Staatsziele. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei Plastik. Bei allen staatlichen Institutionen und öffentlichen AnlĂ€ssen wird Wasser nur aus Glasflaschen und in GlĂ€sern serviert.

Fazit: 100 Prozent Bio sind tatsĂ€chlich machbar. WĂŒrden sich doch nur alle Politiker von MinisterprĂ€sident Shri Pawan Chamling inspirieren lassen!

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