Karnismus

Karnismus (Englisch Carnism) beschreibt gemäß der Psychologin und Vegan-Aktivistin Melanie Joy eine Ideologie, wonach das Essen bestimmter Tiere als ethisch vertretbar und angemessen betrachtet wird.

Ausgangspunkt der Argumentation ist, dass die meisten Menschen auf der Welt Fleisch heute nicht essen weil sie es müssen, sondern weil sie sich dafür entscheiden und dass diese Entscheidung auf Überzeugungen über Tiere, die Welt und sich selbst zurückgeht. Dass die Entscheidung nicht als solche wahrgenommen wird, wird mit der Unsichtbarkeit des Karnismus erklärt. Der Begriff Karnismus solle sichtbar machen, dass Fleischessen wie Vegetarismus und Veganismus ebenfalls auf einem Glaubenssystem basiere und nicht nur von der biologischen Beschaffenheit des Menschen („karnivor“ oder „omnivor“) abhänge.

Joshua Norton isst Fleisch, beobachtet von den Straßenhunden Bummer and Lazarus in San Francisco in den 1860ern.

Ein zentraler Bestandteil des Glaubenssystems sei dieser Annahme zufolge, dass Fleischessen als „natürlich, normal und notwendig“ (Eng. „natural, normal and necessary“) angesehen werde. Laut Joy werde Karnismus von einigen Abwehrmechanismen und oft unhinterfragten Annahmen gestützt. Weitere Bestandteile seien die Kategorisierung von einigen wenigen Spezies als essbar und die Akzeptanz von gewissen Haltungs- und Nutzungsformen nur gegenüber diesen Spezies. Demnach sei es gesellschaftsabängig, welcher Kategorie bestimmte Tierarten zugeordnet und wie sie dementsprechend behandelt würden. Ein anderer Aspekt sei als das Fleisch-Paradoxon bekannt. Die meisten Menschen wollten nicht, dass Tieren Leid zugefügt werde, bevorzugten aber eine fleischhaltige Ernährung, die nicht ohne Tierleid auskomme.

Der obige Zeitungsartikel macht das zwiespältige Verhältnis von Mensch zu Tier deutlich: „Haustiere lieb und lecker“…es ist unglaublich, dass die Menschen nicht erkennen, welche Grausamkeit hinter solch einer Aussage steckt. Wacht doch endlich auf. Wir können es nur immer wiederholen: Go vegan! 🌱🐾 🐮 🐱 🐺 🐃