Die Schneebeere

„Als eine weiße Schneebeere,

möchte ich Dein letztes Wort sein.

Niemand spricht es mehr aus,

aber die weiße Schneebeere am Haus,

wird noch dort sein,

jahrein, jahraus.“

„Hundertzehn Gedichte“ von Georg von der Vring

Auf unserem Fußweg nach Esslingen durchlaufen wir einen Weg, der von Kleingärten, aber auch wilder Natur umrandet ist. Hier sehen wir sie: Die „Gewöhnliche Schneebeere“. Extrem weiße, beerenartige Steinfrüchte mit meist zwei einsamigen Steinkernen. Zustande kommt die Weißfärbung durch die Totalreflexion des Lichtes. Wahre Kunstwerke der Natur!

Die Gewöhnliche Schneebeere ist in Nordamerika heimisch. Mitte des 19. Jahrhunderts war der Strauch in Deutschland in Gärten, Parks und Friedhöfen weit verbreitet, unter anderem, weil er auch eine ergiebige Bienenweide darstellt.

Genutzt wurde die Pflanze von den Indianern in Washington und Oregon, denn sie aßen die Früchte frisch oder getrocknet, und nutzten sie als Haar-Shampoo. Früchte und Blätter wurden zerstoßen auf Wunden aufgetragen. Ein Tee aus der Rinde wurde zur Behandlung von Tuberkulose und Geschlechtskrankheiten eingesetzt. Wobei sie bei uns als giftig deklariert wird. Also ist hier Vorsicht geboten. Aus dem Holz wurden damals aber auch Pfeilschäfte und Pfeifenrohre hergestellt. In Europa wird die Gewöhnliche Schneebeere häufig als Ziergehölz gepflanzt. In Großbritannien eher als Deckungsgehölz für Vögel und Wild gepflanzt.

„Gewöhnliche Schneebeere“

Jens erinnert sich an seine Kindheit und dass die Schneebeeren früher sehr beliebt waren, da sie beim auf den Boden werfen knacken und leicht knallen. Daher auch der Name „Knallerbsenstrauch“. Der Name erlangte 1999 auch durch Stefan Raab Berühmtheit, als er diesen nämlich in seinem Lied Maschen-Draht-Zaun verwendete. In dem Streit ging es darum, dass ein Knallerbsen-Strauch in einem Garten in das Nachbargrundstück reicht und entfernt werden sollte.

Die Blüten werden von Bienen, Wespen und Schwebfliegen besucht. Sie sind eine Bienenweide, aber auch Selbstbestäubung ist möglich. Blütezeit ist Juni bis September. Das Fruchtfleisch ist großzellig und schwammig; Es findet eine Verdauungsverbreitung durch Vögel wie Drosseln und Finken statt. Als Futter werden die Früchte jedoch nur wenig angenommen.

Der von uns gesichtete Schneebeeren-Strauch scheint eine verwilderte Pflanze zu sein.

Fazit: Die Schneebeere hat etwas verwunschenes, unwirkliches; Der weiße Kugelblitz ist ein Hingucker, gerade wenn noch keine Schneeflocken das Umland in verhüllendes weiß verwandeln. Märchenhaft die Vorstellung, dass die Eisperlen im Zwergen- und Elfenreich eine besondere, geheimnisvolle Rolle spielen könnten.